Bericht zur Lage und Jahresabschluss 2025 der hanseWasser Bremen GmbH

Lagebericht 2025

1Grundlagen des Unternehmens

1.1Geschäftsmodell und Struktur des Unternehmens

Die hanseWasser Bremen GmbH (hWB) ist für die Abwasser­entsorgung in Bremen und der Region zuständig. Seit dem Vertrag vom 21. Dezember 1998 übernimmt hWB im Auftrag der Freien Hansestadt Bremen (FHB) wesentliche hoheitliche Aufgaben. Zusätzlich reinigt hWB Abwasser aus Nachbar­gemeinden und bietet Dienst­leistungen rund um Abwasser und Entsorgung an.

An der hWB sind seit dem 1. Januar 1999 die Hansewasser Ver- und Entsorgungs-GmbH, Bremen, (im Folgenden „HVE“) mit 74,9 % und die FHB mit 25,1 % beteiligt.

Im Rahmen der Senatssitzung im Februar 2025 wurde die Neuorganisation der Stadtent­wässerung beschlossen und damit eine richtungsweisende Entscheidung getroffen. Die Freie Hansestadt Bremen verfolgt das Ziel, die Anteile an der hanseWasser Bremen GmbH ab dem Jahr 2029 vollständig zu übernehmen. Die konkrete Ausgestaltung des Übergangs wird derzeit mit dem Gesellschafter HVE, unter enger Einbindung der hWB-Geschäfts­führung und des Betriebsrats, erarbeitet. Die bestehenden Leistungs­verträge laufen bis 31.12.2028 und sind bislang nicht gekündigt.

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1.2Unternehmensstrategie

Die hWB sorgt seit vielen Jahren für eine zuverlässige und umwelt­gerechte Abwasser­entsorgung in Bremen und der Region – 365 Tage im Jahr. Diese Aufgabe ist ein zentraler Beitrag zur öffentlichen Gesundheit, Lebensqualität und Sicherheit.

Mit Blick auf den Klimawandel engagiert sich hWB zunehmend in zukunfts­weisenden Themen wie Klima­resilienz, Schwamm­stadt und intelligente Wasser­kreisläufe. Ziel ist es, gemeinsam mit städtischen Partnern eine wasser­sensible und klima­angepasste Stadt­entwicklung voranzutreiben.

Seit Beginn des Kooperations­modells hält hWB die Abwasser­gebühren auf einem moderaten Niveau. Gleichzeitig investiert das Unternehmen jährlich rund 35.000 TEUR in den Erhalt und Ausbau der Abwasser­infrastruktur und gestaltet so aktiv die Zukunft der Daseins­vorsorge.

1.3Unternehmenssteuerung

Die Steuerung der hanseWasser Bremen GmbH (hWB) erfolgt über ein integriertes Management­system, das durch ein Risiko­management ergänzt wird. Das Controlling umfasst alle Geschäfts­bereiche und folgt dem Prinzip, dass Aufgaben und Verantwortlich­keiten klar zugeordnet sind. Das Finanz­management sorgt für eine kontinuierliche Liquiditäts­kontrolle und eine angemessene Überwachung von Krediten. Die organisatorischen Bereiche und Stabsstellen sind für ihre Budgets und die Einhaltung von Leistungszielen verantwortlich, unterstützt durch das Controlling.

Ziele und Zielwerte werden im Rahmen eines Ziel­vereinbarungs­prozesses über alle Hierarchie­ebenen hinweg – von der Geschäftsführung bis zu jeder einzelnen Mitarbeiterin und jedem einzelnen Mitarbeiter – gemeinsam abgeleitet und festgelegt.

2Wirtschaftsbericht

2.1Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Deutschland befand sich in den vergangenen zwei Jahren in der Rezession (vgl. Projekt­gruppe Gemeinschafts­diagnose: Gemeinschafts­diagnose Herbst 2025). Mit einer Stagnation in der ersten Hälfte des Jahres 2025 dürfte die deutsche Wirtschaft die konjunkturelle Talsohle erreicht haben. Alles in allem dürfte das Brutto­inlands­produkt (BIP) im Jahr 2025 laut Herbst­gutachten mit einem Anstieg um 0,2 % kaum mehr als stagnieren. Für das Jahr 2026 erwarten die am Herbst­gutachten beteiligten Institute einen Anstieg des BIP um 1,3 %, und damit gegenüber dem Frühjahrs­gutachten einen in etwa unveränderten Wert. Eine breit angelegte Erholung wird nicht erwartet, da grund­legende strukturelle Schwächen andauern. Die im internationalen Vergleich hohen Lohnstück- und Energie­kosten, der Fachkräfte­mangel und eine weiterhin abnehmende Wettbewerbs­fähigkeit lasten auf den Wachstums­perspektiven.

Im Zuge der konjunkturellen Belebung dürfte sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt deutlich verbessern. So ist in den kommenden beiden Jahren mit einem Beschäftigungs­aufbau zu rechnen, der zusammen mit steigenden real verfügbaren Einkommen den Konsum der privaten Haushalte und die konsumnahen Dienstleistungen stützen dürfte. Die Institute erwarten in ihrem Herbstgutachten, dass die Arbeitslosenquote von 6,3 % im Jahr 2025 auf 6,1 % im Folgejahr sinken wird.

Die wieder niedrigere Inflation stützt die Kaufkraft der privaten Haushalte. Seit dem Frühjahr 2025 hat sich die Teuerung auf der Verbraucher­stufe bei knapp über 2,0 % eingependelt. Im Vorjahr betrug die Inflationsrate noch 2,3 %. Alles in allem erwartet das Herbst­gutachten für das Jahr 2025 einen Anstieg der Verbraucher­preise um 2,1 % und für das Folgejahr ein weiteres Absinken auf 2,0 %.

Die dem Herbst­gutachten 2025 zugrunde liegenden Annahmen sind risikobehaftet. Das Herbst­gutachten nennt hier das beträchtliche Risiko, welches weiterhin vom Handelsstreit zwischen den USA und der EU ausgeht. Zudem ist die Schätzung der gesamt­wirtschaftlichen Effekte der durch die Grund­gesetz­änderungen möglichen höheren Ausgaben für Verteidigung und Investitionen mit großen Unsicherheiten behaftet. Ein Aufwärtsrisiko sehen die Institute in den noch ausstehenden angebots­seitigen Reformen. Eine zügige Umsetzung notwendiger Reformen dürfte bereits kurzfristig stimulieren und zudem den Konsolidierungs­druck mindern.

2.2Branchenbezogene Rahmenbedingungen

Der demografische Wandel und der zunehmende Fachkräfte­mangel prägen die Rahmen­bedingungen der Abwasser­wirtschaft nachhaltig. Die Branche steht vor der Heraus­forderung, eine steigende Zahl altersbedingter Personal­abgänge zu bewältigen, während die Nach­besetzung insbesondere in technischen Berufsfeldern zunehmend schwierig wird. Diese Entwicklung erfordert langfristige Strategien zur Fachkräfte­sicherung und Qualifizierung, um die Leistungs­fähigkeit der Unternehmen sicherzustellen.

Große Heraus­forderungen in der Abwasser­wirtschaft sind weiterhin anthropogene Spuren­stoffe, Mikroplastik und multiresistente Keime. Mit der Verabschiedung der EU-Kommunal­abwasser­verordnung (EU-KARL) im November 2024 sind neue Anforderungen zu erwarten, deren nationale Umsetzung noch offen ist. Der Ausbau der Kläranlage Seehausen gilt als sicher, für Farge als wahrscheinlich. Die im Mai vorgelegte Machbarkeits­studie zur 4. Reinigungsstufe, abgestimmt mit UBB, SUKW und hanseWasser, bildet eine solide Grundlage für weitere Schritte, sobald bundesseitig klare Vorgaben und Finanzierungs­regelungen vorliegen.

Klimaschutz bleibt ein zentrales Thema. Seit 2015 wird bei der hWB eine bilanzielle Treibhausgas-Neutralität in der Energie­versorgung mit Strom, Wärme und Treibstoffen sichergestellt. Aktuell wird die Treibhausgas-Bilanz nach dem Greenhouse Gas Protocol erweitert. Diese Erweiterung des Bilanz­rahmens hat zur Folge, dass die von hanseWasser verursachten Emissionen in Zukunft steigen werden. Infolgedessen schreibt hanseWasser die Klimaschutz­strategie im Jahr 2026 fort, um auf die neuen Erkenntnisse zu reagieren.

Die Klärschlamm­verordnung verlangt ab 2029 die Rückgewinnung von Phosphor. hWB beabsichtigt einen Entsorgungs­vertrag abzuschließen, der eine gesetzes­konforme Lösung für das Phosphor­recycling entwickeln wird.

Die Geschäfts­führung weist darauf hin, dass in dieser Passage in der ursprünglichen Version versehentlich der Eindruck vermittelt wurde, dass bereits ein Entsorgungs­vertrag inkl. Phosphor­recycling ab 2029 besteht, was aktuell nicht der Fall ist.

Im Zuge der Anpassung des Entwässerungs­gebühren­orts­gesetzes (EGebOG) wird die getrennte Erhebung von Schmutz- und Niederschlags­wasser­gebühren künftig verpflichtend. Nach aktuellem Planungs­stand wurde im Jahr 2025 ein Vergabe­verfahren nach VgV durchgeführt, aus dem die Dornier Power and Heat GmbH Hamburg als ranghöchster Bieter hervorging und im Frühjahr 2025 mit der Umsetzung beauftragt wurde. Die Projekt­vorbereitungen erfolgen mit Unterstützung der Aqua Consult Ingenieur GmbH und konzentrieren sich auf das Selbst­auskunfts­verfahren für Grundstücke unter 1.000 m².

Unternehmen der Kritischen Infrastruktur (KRITIS) sehen sich künftig strengeren Anforderungen an die IT-Sicherheit gegenüber. Mit dem KRITIS-Dachgesetz und der NIS2-Richtlinie werden neue gesetzliche Vorgaben eingeführt, die auch Office-Netze betreffen. Diese Regelungen erfordern eine stärkere Ausrichtung auf Informations­sicherheit und den Schutz kritischer Systeme.

2.3Marktsituation der hanseWasser Bremen GmbH

Nach den beiden niederschlags­reichen Jahren 2023 und 2024 war 2025 ein niederschlags­armes Jahr. Die Jahres­niederschlags­menge lag mit 499 mm weit unter dem langjährigen Mittel. Insgesamt wurden fünf Stark­regen­ereignisse verzeichnet, überwiegend moderat und ohne Beeinträchtigung für das Entwässerungs­system. Das intensivste Ereignis trat am 15. Juni in Oslebshausen, Burg-Grambke und Lesum auf (30 mm in 60 Minuten). Das 2024 in Betrieb genommene Regen­rückhalte­becken in Burg bewährte sich und verhinderte eine Überlastung der Kanalisation.

Abwasserableitung und -reinigung

Dies zeigt sich auch bei den Abwasser­mengen. Im Jahr 2025 wurden 46,0 Mio. m³ Abwasser in den bremischen Kläranlagen gereinigt. Die Abwasser­menge liegt damit 6,8 Mio. m³ unter dem Mittelwert der letzten fünf Jahre und sogar 13,2 Mio. m³ unter dem Vorjahres­wert. Insbesondere die Kläranlage Seehausen zeigt auch bei teilweise sehr hohen Zulauf­mengen eine gute Reinigungs­leistung und eine hohe Betriebsstabilität.

Entsorgung von Reststoffen

Von den beiden bremischen Kläranlagen wurden im Jahr 2025 rund 13.710 Mg Trockenmasse (TR mit 22,2 %) Klärschlamm, einschließlich Co-Input entsorgt.

Forschungs- und Entwicklungsprojekte

hanseWasser begleitet weiterhin mehrere Forschungs- und Entwicklungs­projekte, teils als förder­mittel­berechtigter Teilnehmer, teils als assoziierter Partner. Im Bereich Abwasser­wärme­nutzung schreitet die Umsetzung voran: Für das Tabakquartier wurde ein Wärme­tauscher am Pumpwerk „Linkes Weserufer“ installiert und in Betrieb genommen. Weitere Projekte, wie die Wohn­erschließung „Ellener Feld“ sowie eine mögliche Nutzung am Ablauf der Kläranlage Seehausen, befinden sich in Prüfung. International engagiert sich hanseWasser in der Betreiber­partnerschaft mit Miyahuna (Jordanien) und bewirbt sich gemeinsam mit Hamburg Wasser und EWS Durban für eine neue EU- und GWOPA-geförderte Partnerschaft.

3Geschäftsentwicklung

3.1Ertragslage

hWB erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2025 einen Umsatz von 111.743 TEUR. Damit sind die Umsatzerlöse im Vergleich zum Vorjahr um 2.304 TEUR gesunken. Die Veränderung resultiert im Wesentlichen aus geringeren Mengen der Abwasser­entsorgung für Nachbar­gemeinden (-2.361 TEUR) sowie geringeren Umsatzerlösen im Bereich der Grund­wasser­einleitungen durch Dritte (-1.089 TEUR). Demgegenüber steht ein höherer Umsatz aus den Leistungs­verträgen (+1.943 TEUR).

Gewinn- und Verlustrechnung
in TEUR
01.01. −
31.12.2025
01.01. −
31.12.2024
Veränderung
Umsatzerlöse111.743114.047–2.304
Andere aktivierte Eigenleistungen3.8323.700132
Materialaufwand–23.549–23.227–321
Rohergebnis92.02794.520–2.493
Sonstige betriebliche Erträge2.2362.658–422
Personalaufwand–34.015–31.173–2.842
Abschreibungen und Wertminderungen–25.117–25.490373
Sonstige betriebliche Aufwendungen–10.009–9.991–18
Betriebsergebnis25.12230.524–5.402
Finanzergebnis–11.016–10.753–263
Steuern (inkl. Sonstige Steuern)–4.404–6.2441.840
Ergebnisabführung und Ausgleichszahlung–9.702–13.5273.825
Jahresüberschuss000

Die Leistungs­verträge bewegten sich über dem Vorjahres­niveau und trugen mit einem Anteil von 1.943 TEUR zu dieser Entwicklung bei, beeinflusst durch die Spitz­abrechnung der Vorperiode sowie die vertragliche Mengen­entwicklung und Preisindizierung. Das Gesamt­volumen der Umsatzerlöse aus dem Leistungs­vertrags­geschäft betrug 95.577 TEUR (entspricht 86 % der Umsatzerlöse).

Neben der Abwasserentsorgung für Bremen übernimmt hWB – als Erfüllungs­gehilfe für entsprechende vertragliche Verpflichtungen der FHB – die Abwasser­entsorgung für Nachbar­gemeinden. Das Preisniveau der Nachbar­gemeinden folgt abhängigkeits­bedingt dem der Leistungs­verträge. Die Umsatzerlöse mit den Nachbar­gemeinden reduzieren sich mengenbedingt um 2.361 TEUR auf 6.938 TEUR. Die Verwertung des Klärschlammes Dritter beinhaltet nur noch die Verwertung von Co-Input-Schlammbehandlung. Die Erlöse im Bereich der Klärschlamm­entsorgung reduzierten sich um 560 TEUR auf 527 TEUR.

Die Dienstleistungen für Dritte reduzieren sich um 1.564 TEUR auf 8.254 TEUR. Ursächlich hierfür waren im Wesentlichen eine Reduzierung der Umsatzerlöse im Bereich der Grund­wasser­einleitungen durch Dritte (1.089 TEUR), der Kanal­dienst­leistungen (286 TEUR), der Betriebs­führung Ritterhude (216 TEUR), der Entsorgung von Co-Input-Abwasser­reinigung (197 TEUR), der Erlöse aus der Strom­einspeisung (121 TEUR) sowie der Bauanträge (64 TEUR) und sonstiger Erlöse (105 TEUR). Dem gegenüber standen die gestiegenen Erlöse aus den Dienst­leistungen für die HVE (222 TEUR), dem Wasser­management (185 TEUR), der Entsorgung von Sandfang und Rechengut (68 TEUR) sowie der Grubenabfuhr (38 TEUR).

Im Bereich der Ingenieur­dienstleistungen stiegen die Umsatzerlöse um 238 TEUR im Vergleich zum Vorjahr auf 447 TEUR.

Die aktivierten Eigenleistungen für investive Maßnahmen im Bereich der Netz- und Eigenanlagen erhöhten sich um 133 TEUR auf 3.832 TEUR gegenüber dem Vorjahr.

Der Materialaufwand erhöhte sich um 321 TEUR auf 23.548 TEUR. Innerhalb der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe stieg der Bedarf gegenüber dem Vorjahr geringfügig um 16 TEUR auf 6.740 TEUR an. Wesentlichen Anteil haben dabei die Aufwendungen für Ersatz- und Kleinteile (373 TEUR und sonstige Bedarfe 41 TEUR). Kompensiert wurde diese Entwicklung im Bereich Strom (398 TEUR). Im Bereich der bezogenen Leistungen stieg der Aufwand gegenüber dem Vorjahr um 306 TEUR auf 16.809 TEUR an. Erhöhte Aufwendungen aus der Fremd­instandhaltung (739 TEUR) und anderen Fremdleistungen (152 TEUR) wurden von geringeren Aufwendungen aus der Klärschlamm­entsorgung (585 TEUR) nur teilweise kompensiert.

Die sonstigen betrieblichen Erträge sind um 422 TEUR gegenüber dem Vorjahr auf 2.236 TEUR gesunken, da, wie im Bericht zu 2024 erläutert, hohe Einmaleffekte aus Wert­berichtigungen im Vorjahr zum Tragen kamen.

Die Erhöhung im Personalaufwand in Höhe von 2.842 TEUR auf 34.015 TEUR ist im Wesentlichen auf den Tarifabschluss und den Wechsel in der Geschäfts­führung zurückzuführen. Dem gegenüber wirken geringere Zuführungen zu den Personal­rückstellungen (116 TEUR) positiv.

Die Abschreibungen verringerten sich im Vergleich zum Vorjahr um 373 TEUR auf 25.117 TEUR.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen erhöhen sich um 18 TEUR auf 10.009 TEUR und liegen damit nur geringfügig über dem Vorjahresniveau. Erhöhte Aufwendungen für Mieten von Maschinen und Geräten (145 TEUR) und EDV-Dienstleistungen/Lizenzen (122 TEUR), können weitestgehend durch geringere Abschreibungen auf Forderungen (165 TEUR) und Aufwendungen für Stellen­ausschreibungen (116 TEUR) kompensiert werden.

Das negative Finanzergebnis erhöhte sich um 263 TEUR auf 11.016 TEUR. Ursächlich hierfür ist das leicht gesunkene Zinsniveau, mit in der Folge rückläufigen Zinserträgen und geringerem zinsbedingten Auflösungsp­otential der langfristigen Rückstellungen.  

Die Steuern verringerten sich im Vergleich zum Vorjahr um 1.840 TEUR auf 4.404 TEUR. Die Steuern vom Einkommen und Ertrag betrafen in Höhe von 4.127 TEUR das laufende Geschäftsjahr.

3.2Finanzlage

Die zusammen­gefasste Kapitalfluss­rechnung zeigt die Mittel­flüsse aus der laufenden Geschäfts­tätigkeit, der Investitions­tätigkeit und der Finanzierungs­tätigkeit. Der Cashflow aus der laufenden Geschäfts­tätigkeit wurde mittels der indirekten Methode entwickelt. Der Finanzmittel­fonds umfasst hauptsächlich kurzfristige Verbindlich­keiten gegenüber Kreditinstituten TEUR 1.329 (Vorjahr: 0 TEUR).

Zusammengefasste Kapitalflussrechnung
TEUR
01.01. −
31.12.2025
01.01. −
31.12.2024
I. Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit56.48659.088
II. Cash Flow aus Investitionstätigkeit–30.544–24.412
III. Cash Flow aus Finanzierungstätigkeit–30.634–27.828
Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelfonds
(Summe I. − III.)
–4.6926.848
Finanzmittelfonds am Anfang der Berichtsperiode3.365–3.484
Finanzmittelfonds am Ende der Berichtsperiode–1.3273.365

Der Cashflow aus der laufenden Geschäfts­tätigkeit betrug im Berichts­zeitraum 56.486 TEUR (Vorjahr: 59.088 TEUR). Dieser resultiert im Wesentlichen aus dem Perioden­ergebnis (vor Ergebnis­abführungen) in Höhe von 9.702 TEUR (Vorjahr: 13.527 TEUR), bereinigt um zahlungs­unwirksame Sachverhalte wie Abschreibungen in Höhe von 25.117 TEUR (Vorjahr: 25.490 TEUR). Bei der indirekten Ermittlung wurde der Cashflow aus der laufenden Geschäfts­tätigkeit weiterhin durch die Veränderungen der Forderungen und sonstigen Aktiva in Höhe von -12.397 TEUR (Vorjahr: -5.563 TEUR) sowie der Verbindlich­keiten und anderer Passiva in Höhe von 20.346 TEUR (Vorjahr: 11.302 TEUR) wesentlich beeinflusst.

Der Cashflow aus der Investitions­tätigkeit in Höhe von -30.544 TEUR (Vorjahr: -24.412 TEUR) resultierte im Wesentlichen aus den Auszahlungen für Investitionen in das Sach­anlage­vermögen -30.609  TEUR (Vorjahr: -24.732 TEUR).

Der Cashflow aus der Finanzierungs­tätigkeit in Höhe von -30.634 TEUR (Vorjahr: -27.828 TEUR) setzte sich zusammen aus der Tilgung der Forfaitierungs­darlehen in Höhe von 23.129 TEUR (Vorjahr: 23.216 TEUR), aus der Ergebnis­abführung an die Gesellschafter (inkl. Steuerumlagen) in Höhe von 19.416 TEUR (Vorjahr: 19.062 TEUR) und gezahlten Zinsen in Höhe von 11.089 TEUR (Vorjahr: 10.662 TEUR). Gegenläufig wirkte der Zufluss aus der Aufnahme eines Forfaitierungs­darlehens (Forderungs­kaufvertrag Nr. 31) im August 2025 in Höhe von 23.000 TEUR (Vorjahr: 25.112 TEUR).

Zur Finanzierung des branchen­typisch hohen Kapitaleinsatzes, der ein Vielfaches des Jahresumsatzes beträgt, hat hWB bereits 1998 mit der FHB die kommunale Forfaitierung mit Einredeverzicht vereinbart.

3.3Vermögenslage

Bilanzstruktur
TEUR

hWB weist aufgrund ihrer Geschäfts­tätigkeit eine hohe Anlagen­intensität mit entsprechender Kapital­bindung auf. So betrug der Anteil des langfristig gebundenen Vermögens 93,1 % (Vorjahr: 94,6 %) und der des kurzfristig gebundenen Vermögens 6,9 % (Vorjahr: 5,4 %).

Die Erhöhung des Anlagevermögens um 5.622 TEUR (Vorjahr Reduktion: 786 TEUR) auf 490.872 TEUR (Vorjahr: 485.250 TEUR) resultierte aus Investitionen in Höhe von 30.745 TEUR (Vorjahr: 24.786 TEUR), dem gegenüber stehen Abschreibungen in Höhe von 25.117 TEUR (Vorjahr: 25.490 TEUR). Das Sachanlage­vermögen setzte sich im Wesentlichen aus Mieter­einbauten in das öffentliche Kanalnetz in Höhe von 347.602 TEUR (Vorjahr: 335.872 TEUR), Grundstücke und Bauten in Höhe von 44.160 TEUR (Vorjahr: 46.960 TEUR) sowie aus technischen Anlagen und Maschinen in Höhe von 37.608 TEUR (Vorjahr: 43.238 TEUR) zusammen.

Das Eigenkapital blieb gegenüber dem Vorjahr konstant, die Eigenkapital­quote sinkt leicht auf 9,8 % (Vorjahr: 10,1 %). In dem passiven Rechnungs­abgrenzungs­posten (passiver RAP) sind die Forfaitierungs­darlehen abgebildet. Diese hatten einen Anteil von 73,3 % (Vorjahr: 73,7 %) an der Bilanzsumme.

3.4Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren

3.4.1Personal und Soziales

Im Rahmen der strategischen Neuausrichtung wurden zum 1. April 2025 die bisherigen Geschäftsführer abberufen. Die Bereichsleiterin Finanzen & Controlling wurde zur kaufmännischen, der Bereichsleiter Netz zum technischen Geschäftsführer*in bestellt. Bereits im März 2025 wurde die Leitung der Hansewasser Ver- und Entsorgungs-GmbH organisatorisch von der Geschäftsführung der hanseWasser Bremen GmbH getrennt.

Nachfolgend sind die zentralen Kennzahlen und zu relevanten Indikatoren für die Jahre 2024 und 2025 aufgeführt:

 01.01. −
31.12.2025
01.01. −
31.12.2024
Beschäftigte (ohne passive ATZ)394384
VZA365,7353
Davon weiblich29,0 %28,0 %
Berufsausbildung1718
Trainees55
Duales Studium20
Gesundheitsquote95,3 %94,3 %
Arbeitsunfälle43
Kontraktorenunfalle01

Den Arbeits­verhältnissen der Mitarbeiter*innen lagen folgende Tarifverträge zugrunde: Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD), Überleitungstarif­verträge vom 24. April 1997 und 5. Juni 1998 sowie weitere nach­geordnete Tarifverträge, zum Beispiel zum leistungs­bezogenen Entgelt.

3.4.2Asset Management

Das Assetmanagement verantwortet weiterhin die wirtschaftlich und technisch optimierte Umsetzung von Bauprojekten gemäß strategischen und vertraglichen Vorgaben. Der regelmäßige Austausch mit dem Umweltbetrieb Bremen (UBB) dient der Bewertung der Anlagen hinsichtlich Betriebsführung und Wirtschaftlichkeit.

Die gutachterliche Zustands­überprüfung nach § 11 LV I wurde 2024 durch die Pecher AG durchgeführt. Die Ergebnis­daten wurden zum Jahreswechsel 2024/2025 bereitgestellt und dem Umweltbetrieb vorgestellt. Seit Mitte 2025 liegen sämtliche Unterlagen vollständig vor, die gutachterliche Phase gilt damit als abgeschlossen. Aus gutachterlicher Sicht sind die Verpflichtungen, die sich aus dem zwischen hWB und der Stadt Bremen geschlossenen Leistungs­vertrag ableiten, von hWB grundsätzlich erfüllt.

In Phase III stimmen sich hWB und der Umweltbetrieb zum weiteren Umgang mit den Ergebnissen ab. Ein erster Austausch hat stattgefunden. Parallel beginnen erste fachliche Diskussionen zum möglichen Abschluss­gutachten gemäß § 11 Abs. 7 LV I.

Die Gesellschaft hat 2025 insgesamt 30.745 TEUR (Vorjahr: 24.786 TEUR) investiert, die sich wie folgt gliedern:

  • Investitionen in Netzanlagen: 19.619 TEUR (Vorjahr: 14.409 TEUR)

    Der sechste Investitions­rahmenplan Netz mit einer Laufzeit von 2024 bis 2028 wurde im Jahr 2023 abschließend mit dem UBB abgestimmt. Das Gesamt­volumen beträgt 104.800 TEUR (für Sanierung, Erweiterung und Ausbau). 
     
  • Investitionen in Eigenanlagen: 9.081 TEUR (Vorjahr: 9.193 TEUR)

    Die Investitionen 2025 konzentrieren sich auf die Sanierung und Modernisierung bestehender Anlagen zur Sicherstellung der Betriebssicherheit. Hohe Baupreise, Lieferengpässe und begrenzte Planungs­kapazitäten führten zu Verzögerungen und Kostensteigerungen. Umgesetzt wurden u. a. die Erneuerung der Klär­schlamm­entwässerung und der BHKW-Anlage in Seehausen sowie die Sanierung der Faulung in Farge.
     
  • Investitionen in Betriebs- und Geschäfts­ausstattung: 2.045 TEUR (Vorjahr: 1.184 TEUR)

    2025 wurde ein neues Betriebs­führungssystem für Kanalbetrieb und Entsorgung eingeführt, da das bisherige System nicht mehr unterstützt wurde. Die neue Software vereint zentrale Funktionen wie Dokumentation, Sanierungsplanung, Gebühren­verwaltung sowie mobile und webbasierte Auskunft. Zur Optimierung der technischen Infrastruktur wurden ein Saug- und Spülfahrzeug sowie zwei weitere Spülfahrzeuge angeschafft.

3.5Zertifizierung

Die hWB ist wie folgt zertifiziert:

  • EMAS: Seit 13 Jahren anerkannt – alle Standorte weiterhin registriert,
  • ISO-Zertifizierungen: DIN EN ISO 9001, 14001 & 45001 erfolgreich bestätigt,
  • Entsorgungs­fachbetrieb: Zertifizierung seit 2000 fortgeführt,
  • Güteschutz Kanalbau: Kanalreinigung, -inspektion & Dichtheits­prüfungen,
  • WHG-Fachbetrieb: Prüfung & Wartung von Benzin­abscheidern, Dichtheits­prüfungen,
  • Familien­freundlichkeit: Siegel zum 4. Mal rezertifiziert.

3.6Beschaffung

Die Marktentwicklung ist hinsichtlich der wirtschaftlichen Rahmen­bedingungen weiter herausfordernd. Die Lieferketten sind weiter stabil und haben zu keinen verfahrens­technischen Störungen oder gar Lieferausfällen geführt.

3.7Gesamtaussage zum Geschäftsverlauf

Das Geschäftsjahr 2025 war für die Gesellschaft insgesamt zufrieden­stellend. Die wirtschaft­liche Entwicklung entsprach überwiegend den Erwartungen. Die wesentlichen Kennzahlen zeigen eine stabile Entwicklung, das operative Ergebnis lag im Rahmen der Planung. Die Liquiditätslage war jederzeit gesichert.

Das Ergebnis vor Steuern beträgt 14.106 TEUR und liegt damit rund 1.700 TEUR über dem geplanten Wert von 12.370 TEUR. Diese positive Abweichung ist im Wesentlichen auf höhere Umsätze aus den Leistungs­verträgen (+1.515 TEUR gegenüber Plan) zurückzuführen.

Der Geschäfts­verlauf wurde von einer Kombination aus stabiler operativer Leistung und anspruchs­vollen Rahmen­bedingungen geprägt. Auf der positiven Seite konnten wichtige Investitions- und Zukunftsprojekte initiiert werden, die die langfristige Leistungsfähigkeit des Unternehmens sichern. Dazu zählen die Vorbereitung des Ausbaus zentraler Anlagen, die Weiter­entwicklung der Klima­strategie sowie die Umsetzung erster Schritte zur Anpassung an neue gesetzliche Vorgaben, wie die EU-Kommunal­abwasser­verordnung (EU-KARL), die Anpassung des Entwässerungs­gebührenorts­gesetzes (EGebOG), die Klärschlammverordnung sowie die Anforderungen aus dem KRITIS-Dachgesetz und der NIS2-Richtlinie.

Die zunehmende Komplexität regulatorischer Anforderungen und der demografische Wandel erfordern eine strategische Ausrichtung, die über das Tages­geschäft hinausgeht. Die Sicherung von Fachkräften, die Anpassung an neue Umwelt­standards und die Stärkung der IT-Sicherheit sind zentrale Handlungs­felder, die bereits adressiert wurden und in den kommenden Jahren weiter an Bedeutung gewinnen.

4Risiko- und Chancenbericht

4.1Grundsätze des Risiko- und Chancenmanagements

Der Erfolg unternehmerischer Entscheidungen hängt wesentlich von der frühzeitigen Erkennung und Bewertung strategischer, marktbedingter und regulatorischer Risiken sowie Chancen ab. Die Geschäfts­führung definiert den risiko­politischen Rahmen, während ein regelmäßiges Berichts­wesen Transparenz über das Risikoprofil und dessen Entwicklung sicherstellt. Im Hinblick auf die Rechnungs­legung sind insbesondere jene Elemente des internen Kontroll- und Risiko­management­systems relevant, die die Bilanzierung und die Aussagekraft des Jahres­abschlusses und Lageberichts wesentlich beeinflussen können.

Ansicht: Seehausen
Seehausen

4.2Prozess des Risiko- und Chancenmanagements

hWB verfügt über ein integriertes Risiko­management­system, das strategische, operative und regulatorische Risiken systematisch erfasst, bewertet und überwacht. Grundlage ist ein etabliertes Controlling mit quartals­weisen Berichten, die eine frühzeitige Einschätzung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage ermöglichen.

Das interne Kontrollsystem (IKS) unterstützt die Umsetzung unternehmerischer Entscheidungen und sichert die Ordnungs­mäßigkeit der Geschäftsprozesse. Es umfasst Maßnahmen zur Sicherstellung der Wirtschaftlichkeit, zum Schutz des Unternehmens­vermögens sowie zur Einhaltung gesetzlicher Vorgaben und zur Verlässlichkeit der Rechnungslegung.

Die Aufbau- und Ablauf­organisation des IKS ist in internen Regelwerken dokumentiert und wird regelmäßig an neue Anforderungen angepasst. Ergänzend prüft die interne Revision auf Basis eines mehrjährigen Prüfplans die Wirksamkeit von Prozessen und Kontroll­mechanismen. Externe Dienstleister werden punktuell eingebunden. Die daraus abgeleiteten Empfehlungen fließen in Maßnahmen­pläne ein und werden systematisch umgesetzt und nachverfolgt.

4.3Risiken und Chancen

Die Leistungs­verträge mit der FHB sind gebühren­rechts­konform abgeschlossen, sodass aktuell keine bilanziellen Risiken für hWB erwartet werden.

Bei einer tatsächlichen Kündigung der Leistungs­verträge, würde die Gesellschaft ohne das Abwasser­geschäft als nicht operativ tätige Gesellschaft bestehen bleiben können, so dass unter den genannten Rahmen­bedingungen kein Risiko für den Fortbestand ersichtlich ist.

Die Höhe der Abwasser­einleitungen sind im Wesentlichen abhängig von der Bevölkerungs­entwicklung, von Gewohnheiten und vom Nutzungs­verhalten der Privat­haushalte und des Gewerbes sowie von der wirtschaftlichen Entwicklung von Industrie und Gewerbe. Des Weiteren auch von Witterungs­einflüssen, die für die Zukunft schwer zu prognostizieren sind.

Es besteht ein Risiko für die Nichteinhaltung der abwasser­abgaberechtlichen Über­wachungs­werte. hWB begrenzt dieses Risiko durch eine kontinuierliche Überwachung und Beprobung der Anlagen.

Es besteht ein Risiko in Bezug auf die zukünftige Entwicklung von Preis- und Indexwerten. Die zugrunde liegenden Annahmen basieren auf der aktuellen Preisentwicklung sowie einer unterstellten moderaten Preissteigerung. Da die geplanten Indexwerte überwiegend im mittleren Bereich zwischen möglichen Sprungkanten liegen, sind Chancen und Risiken als gleich wahrscheinlich einzustufen.

Die Sicherstellung einer ausreichenden personellen Kapazität und Qualifikation ist für die Aufrecht­erhaltung der betrieblichen Leistungs­fähigkeit von zentraler Bedeutung. Durch den demografischen Wandel und den Fachkräfte­mangel besteht das Risiko, dass offene Stellen nicht oder nur verzögert besetzt werden können. Dies kann sowohl zu quantitativen Engpässen als auch zu qualitativen Lücken in Schlüssel­positionen führen.

Mit der fortschreitenden Digitalisierung steigen die Anforderungen an die Informations­sicherheit. hWB begegnet diesen durch ein systematisches Sicherheits­management, das Risiken identifiziert und Schutz­maßnahmen ableitet. Gleichzeitig ergeben sich Chancen für neue Geschäfts­modelle und effizientere Prozesse.

Zur Steigerung der Wirtschaftlichkeit setzt hWB auf Benchmarking und das Projekt Enterprise, um Effizienz­potenziale zu identifizieren. Die Gewinnung neuer Kunden im Bereich der Abwasser­übernahme wird als weiterer Beitrag zur Ergebnis­verbesserung angestrebt.

4.4Zusammenfassende Darstellung der Risikolage

Im Rahmen des Risiko­managements wurden keine Risiken identifiziert, die entweder einzeln oder in ihrer Gesamtheit den Fortbestand des Unternehmens im Geschäftsjahr 2025 gefährdet haben bzw. darüber hinaus gefährden könnten.

Das Verfahren vor dem OVG Bremen ist abgeschlossen und das Urteil rechtskräftig. Für hWB sind daraus weder Risiken entstanden noch in der Zukunft zu erwarten.

5Prognosebericht

5.1Branchenbezogene Rahmenbedingungen

Für hanseWasser Bremen bedeutet der demografische Wandel eine wachsende Herausforderung in den kommenden Jahren. Um die Kontinuität und Qualität der Arbeitsprozesse sicherzustellen, verfolgt das Unternehmen eine proaktive Personal­strategie. Dazu gehören:

  • Frühzeitige Nachbesetzung vakanter Positionen, um Engpässe zu vermeiden,
  • Gezielte Qualifizierungs­maßnahmen, die den Mitarbeiter*innen Entwicklungs­perspektiven bieten und die Fachkompetenz im Unternehmen stärken,
  • Systematisches Wissens­management, um vorhandenes Know-how zu bewahren und den Wissenstransfer zwischen Generationen sicherzustellen.

Zunehmende Wetterextreme, insbesondere Stark­regen­ereignisse, stellen die Abwasser­entsorgung vor wachsende Heraus­forderungen. Die Anpassung der Infrastruktur an die Folgen des Klimawandels gewinnt daher erheblich an Bedeutung. Mit der im November 2024 verabschiedeten novellierten EU-Kommunal­abwasser­richtlinie (EU-KARL) sind künftig deutlich strengere Anforderungen zu erwarten. Bis Ende Juli 2027 müssen alle EU-Länder die neue Kommunal­abwasser­richtlinie ins nationale Recht übernehmen.

Im Jahr 2024 wurde das Entwässerungs­gebührenorts­gesetz (EGebOG) angepasst. Künftig sollen Schmutz- und Nieder­schlags­wasser­gebühren getrennt erhoben werden. hWB ist aktiv in den laufenden Abstimmungs­prozess mit der Freien Hansestadt Bremen eingebunden, um kunden­freundliche und wirtschaftlich sinnvolle Lösungen zu entwickeln. Die Vorbereitungen erfolgen mit externer Unterstützung und konzentrieren sich derzeit auf das Selbst­auskunfts­verfahren für Grundstücke unter 1.000 m². Der Versand der vorausgefüllten Selbst­auskunfts­unterlagen ist ab Januar 2026 vorgesehen.

hWB bereitet sich auf neue Anforderungen durch das KRITIS-Dachgesetz und NIS2 vor, die auch das Office-Netz betreffen. Erste Schritte zur IT-Sicherheit umfassen Business Impact Analysen zur Bewertung zeitkritischer Systeme. Auf dieser Basis wird das ISMS neu strukturiert und künftig am BSI IT-Grundschutz ausgerichtet. Geschäftsordnung und Risiko­management werden überarbeitet, weitere Sicherheits­maßnahmen abgeleitet. Zudem wird die Einführung eines Angriffs­erkennungs­systems für beide Netze geprüft.

Nach den neuesten gesetzlichen Vorgaben der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) gehört hWB nicht zu den berichtspflichtigen Unternehmen. Dennoch verfolgt hWB die regulatorischen Entwicklungen aufmerksam und berücksichtigt Nachhaltigkeitsthemen strategisch.

5.2Erwartete Geschäftsentwicklung

Die FHB beabsichtigt die Anteile an der hWB vollständig zu übernehmen. In dem Zuge hat sie die Kündigung der Leistungs­verträge mit Wirkung zum 31. Dezember 2028 angekündigt. Die damit verbundene Neuorganisation der Stadt­ent­wässerung ab 2029 bringt Ver­änderungen mit sich, deren konkrete Ausgestaltung derzeit noch nicht bekannt sind. Im Rahmen der Wirtschafts­planung wurde als grundlegende Prämisse die Fortführung der GmbH unterstellt (going-concern). Die Grundlage dafür wiederum bildet die Fortschreibung des aktuell gültigen Leistungs­vertrag mit neuen, an die wirtschaftlichen Rahmen­bedingungen angepassten, Parametern.

Neben der Ausgestaltung der zukünftigen Leistungs­verträge als Geschäfts­grundlage der hWB besteht insbesondere die Herausforderung die bestehende Finanzierung, die an die Laufzeit der aktuellen Leistungs­verträge gebunden ist und zum 31. Dezember 2028 definitiv endet (endfällige Forfaitierungs­verträge), neu aufzusetzen. Die Ausgestaltung der Neufinanzierung ist mit zusätzlichen Kosten verbunden, u.  a. für rechtliche und finanzierungs­bezogene Beratung sowie marktübliche Gebühren und Margen. Ein weiteres Risiko ergibt sich aus der gesetzlich vorgeschriebenen Phosphor­rück­gewinnung ab 2029, die mit steigenden Entsorgungs­kosten verbunden ist. Die langfristige Kalkulation bleibt unsicher, da Preis­entwicklungen und technische Anforderungen noch nicht vollständig feststehen.

Die Geschäftsführung der hWB begrüßt die aktuellen Aktivitäten seitens der Gesellschafter im Rahmen einer einvernehmlichen Zukunftsl­ösung die Themen zu diskutieren und eine für alle Vertrags­partner akzeptable Lösung zu finden.

Die hWB erwartet für das Jahr 2026 Umsatzerlöse in der Höhe von rund 112.831 TEUR bei einem Ergebnis vor Steuern in der Höhe von 13.294 TEUR.

6Aufsichtsrat, Geschäftsführung und Gesellschafter

Der Aufsichtsrat der hanseWasser Bremen GmbH im Jahr 2025

Herr Gunnar Geise, Vorsitzender,
Mitglied des Vorstands der swb AG, Bremen

Herr Dr.-Ing. Dirk Waider,
Mitglied des Vorstands der GELSENWASSER AG, Gelsenkirchen

Frau Senatorin Kathrin Moosdorf, (bis 30. September 2025)
Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft, Bremen

Herr Staatsrat Jan Fries, (ab 30. September 2025)
Staatsrat bei der Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft, Bremen

Herr Frank Penning, (stellvertretener Vorsitzender)
Mitglied des Betriebsrats der hanseWasser Bremen GmbH, Bremen

Herr Sven Schmiedeskamp,
Mitglied des Betriebsrats der hanseWasser Bremen GmbH, Bremen

Herr Olaf Gehring,
Mitglied des Betriebsrates der hanseWasser Bremen GmbH, Bremen

Die Geschäftsführung der hanseWasser Bremen GmbH im Jahr 2025

Herr Florian Franz, Hamburg (bis 31. März 2025)
Technischer Geschäftsführer

Herr Ekkehart Ludwig Siering, Bremen (bis 31. März 2025)
Kaufmännischer Geschäftsführer

Herr Swen Pfister, Bremen (ab 01. April 2025)
Technischer Geschäftsführer

Frau Sabine Wahler, Bremen (ab 01. April 2025)
Kaufmännische Geschäftsführerin

Die Gesellschafterstruktur

Seit dem 1. Januar 1999 ist die hanseWasser Bremen GmbH privatisiert. An der hanseWasser Bremen GmbH sind die hanseWasser Ver- und Entsorgungs-GmbH (hVE), eine Beteiligungsgesellschaft der swb AG und der Gelsenwasser AG, mit 74,9 % und die Freie Hansestadt Bremen mit 25,1 % beteiligt. Zwischen der hVE und hanseWasser besteht Geschäftsführeridentität.

Ansicht: Hafenkante
Hafenkante

Jahresabschluss 2025

1Bilanz

Bilanz

zum 31. Dezember 2025

Aktiva
 31.12.25
EUR
31.12.24
EUR
A. Anlagevermögen  
I. Immaterielle Vermögensgegenstände  
1. Entgeltlich erworbene EDV-Programme383.816,56347.407,01
2. Entgeltlich erworbenes Nutzungsrecht für das öffentliche Kanalnetz und sonstige Nutzungsrechte23.300.312,4431.041.094,12
 23.684.129,0031.388.501,13
II. Sachanlagen  
1. Grundstücke und Bauten 44.159.874,3246.960.168,52
2. Abwassersammlungsanlagen (Eigenanlagen)3.630.952,773.874.280,15
3. Mietereinbauten in das öffentliche Kanalnetz347.601.885,85335.871.939,81
4. Technische Anlagen und Maschinen37.608.518,5643.237.853,79
5. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung5.131.047,313.994.409,05
6. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau29.051.758,4819.919.192,47
 467.184.037,29453.857.843,79
III. Finanzanlagen  
1. Beteiligungen4.000,004.000,00
 490.872.166,29485.250.344,92
B. Umlaufvermögen  
I. Vorräte  
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe857.344,41882.222,33
2. Unfertige Leistungen350.295,800
 1.207.640,21882.222,33
II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände  
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen23.600.173,0914.633.948,08
2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen3.299.601,182.864.078,75
3. Forderungen gegen Gesellschafter4.628.143,13763.879,76
4. Sonstige Vermögensgegenstände761.420,131.122.079,11
 32.289.337,5319.383.985,70
III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten1.644,663.365.170,53
 33.498.622,4023.631.378,56
C. Rechnungsabgrenzungsposten2.900.213,313.734.284,03
 527.271.002,00512.616.007,51
Passiva
 31.12.25
EUR
31.12.24
EUR
A. Eigenkapital  
I. Gezeichnetes Kapital25.564.594,0625.564.594,06
II. Kapitalrücklage26.209.845,5926.209.845,59
 51.774.439,6551.774.439,65
B. Rückstellungen  
1. Rückstellungen für Pensionen 711.891,00739.963,00
2. Sonstige Rückstellungen29.509.569,8630.399.065,87
 30.221.460,8631.139.028,87
C. Verbindlichkeiten  
1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten1.328.510,840,00
2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen2.739.653,243.678.791,71
3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen717.888,90662.155,71
4. Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern52.280.211,2337.377.910,75
5. Sonstige Verbindlichkeiten1.921.968,941.526.795,17
 58.988.233,1543.245.653,34
D. Rechnungsabgrenzungsposten386.286.868,34386.456.885,65
 527.271.002,00512.616.007,51

2Gewinn- und Verlustrechnung

Gewinn- und Verlustrechnung

für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2025

 2025
EUR
2024
EUR
1. Umsatzerlöse111.743.203,09114.046.992,90
2. Andere aktivierte Eigenleistungen3.832.343,473.699.532,31
3. Sonstige betriebliche Erträge2.235.867,042.658.081,08
4. Materialaufwand  
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe–6.739.921,84–6.723.625,15
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen–16.808.704,16–16.502.951,72
 –23.548.626,00–23.226.576,87
5. Personalaufwand  
a) Gehälter und Bezüge–26.978.296,17–24.710.977,24
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung
(davon für Altersversorgung € 1.594.809,70; Vorjahr € 1.554.090,12)
–7.036.447,01–6.461.763,83
 –34.014.743,18–31.172.741,07
6. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen–25.117.106,79–25.490.375,60
7. Sonstige betriebliche Aufwendungen–10.009.015,76–9.991.190,77
8. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge
(davon aus verbundenen Unternehmen € 76.633,15; Vorjahr € 193.530,83)
492.240,11906.255,15
9. Zinsen und ähnliche Aufwendungen
(davon an verbundene Unternehmen € 34.207,59; Vorjahr 89.441,00)
(davon aus der Aufzinsung von Rückstellungen € 162.933,19; Vorjahr € 7.089,09)
–11.508.221,25–11.659.314,11
10. Ergebnis vor Steuern14.105.940,7319.770.663,02
11. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag
(davon Steuerumlagen € 4.075.484,20; Vorjahr € 5.853.630,69)
–4.127.155,85–5.939.674,28
12. Ergebnis nach Steuern9.978.784,8813.830.988,74
13. Sonstige Steuern–276.886,38–304.423,94
14. Ausgleichszahlung gemäß Ergebnisabführungsvertrag–192.501,39–192.501,39
15. Aufgrund eines Ergebnisabführungsvertrages abgeführter Gewinn–9.509.397,11–13.334.063,41
16. Jahresüberschuss0,000,00
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