Bericht zur Lage und Jahresabschluss 2025 der hanseWasser Bremen GmbH
Lagebericht 2025
1Grundlagen des Unternehmens
1.1Geschäftsmodell und Struktur des Unternehmens
Die hanseWasser Bremen GmbH (hWB) ist für die Abwasserentsorgung in Bremen und der Region zuständig. Seit dem Vertrag vom 21. Dezember 1998 übernimmt hWB im Auftrag der Freien Hansestadt Bremen (FHB) wesentliche hoheitliche Aufgaben. Zusätzlich reinigt hWB Abwasser aus Nachbargemeinden und bietet Dienstleistungen rund um Abwasser und Entsorgung an.
An der hWB sind seit dem 1. Januar 1999 die Hansewasser Ver- und Entsorgungs-GmbH, Bremen, (im Folgenden „HVE“) mit 74,9 % und die FHB mit 25,1 % beteiligt.
Im Rahmen der Senatssitzung im Februar 2025 wurde die Neuorganisation der Stadtentwässerung beschlossen und damit eine richtungsweisende Entscheidung getroffen. Die Freie Hansestadt Bremen verfolgt das Ziel, die Anteile an der hanseWasser Bremen GmbH ab dem Jahr 2029 vollständig zu übernehmen. Die konkrete Ausgestaltung des Übergangs wird derzeit mit dem Gesellschafter HVE, unter enger Einbindung der hWB-Geschäftsführung und des Betriebsrats, erarbeitet. Die bestehenden Leistungsverträge laufen bis 31.12.2028 und sind bislang nicht gekündigt.

1.2Unternehmensstrategie
Die hWB sorgt seit vielen Jahren für eine zuverlässige und umweltgerechte Abwasserentsorgung in Bremen und der Region – 365 Tage im Jahr. Diese Aufgabe ist ein zentraler Beitrag zur öffentlichen Gesundheit, Lebensqualität und Sicherheit.
Mit Blick auf den Klimawandel engagiert sich hWB zunehmend in zukunftsweisenden Themen wie Klimaresilienz, Schwammstadt und intelligente Wasserkreisläufe. Ziel ist es, gemeinsam mit städtischen Partnern eine wassersensible und klimaangepasste Stadtentwicklung voranzutreiben.
Seit Beginn des Kooperationsmodells hält hWB die Abwassergebühren auf einem moderaten Niveau. Gleichzeitig investiert das Unternehmen jährlich rund 35.000 TEUR in den Erhalt und Ausbau der Abwasserinfrastruktur und gestaltet so aktiv die Zukunft der Daseinsvorsorge.
1.3Unternehmenssteuerung
Die Steuerung der hanseWasser Bremen GmbH (hWB) erfolgt über ein integriertes Managementsystem, das durch ein Risikomanagement ergänzt wird. Das Controlling umfasst alle Geschäftsbereiche und folgt dem Prinzip, dass Aufgaben und Verantwortlichkeiten klar zugeordnet sind. Das Finanzmanagement sorgt für eine kontinuierliche Liquiditätskontrolle und eine angemessene Überwachung von Krediten. Die organisatorischen Bereiche und Stabsstellen sind für ihre Budgets und die Einhaltung von Leistungszielen verantwortlich, unterstützt durch das Controlling.
Ziele und Zielwerte werden im Rahmen eines Zielvereinbarungsprozesses über alle Hierarchieebenen hinweg – von der Geschäftsführung bis zu jeder einzelnen Mitarbeiterin und jedem einzelnen Mitarbeiter – gemeinsam abgeleitet und festgelegt.
2Wirtschaftsbericht
2.1Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen
Deutschland befand sich in den vergangenen zwei Jahren in der Rezession (vgl. Projektgruppe Gemeinschaftsdiagnose: Gemeinschaftsdiagnose Herbst 2025). Mit einer Stagnation in der ersten Hälfte des Jahres 2025 dürfte die deutsche Wirtschaft die konjunkturelle Talsohle erreicht haben. Alles in allem dürfte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Jahr 2025 laut Herbstgutachten mit einem Anstieg um 0,2 % kaum mehr als stagnieren. Für das Jahr 2026 erwarten die am Herbstgutachten beteiligten Institute einen Anstieg des BIP um 1,3 %, und damit gegenüber dem Frühjahrsgutachten einen in etwa unveränderten Wert. Eine breit angelegte Erholung wird nicht erwartet, da grundlegende strukturelle Schwächen andauern. Die im internationalen Vergleich hohen Lohnstück- und Energiekosten, der Fachkräftemangel und eine weiterhin abnehmende Wettbewerbsfähigkeit lasten auf den Wachstumsperspektiven.
Im Zuge der konjunkturellen Belebung dürfte sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt deutlich verbessern. So ist in den kommenden beiden Jahren mit einem Beschäftigungsaufbau zu rechnen, der zusammen mit steigenden real verfügbaren Einkommen den Konsum der privaten Haushalte und die konsumnahen Dienstleistungen stützen dürfte. Die Institute erwarten in ihrem Herbstgutachten, dass die Arbeitslosenquote von 6,3 % im Jahr 2025 auf 6,1 % im Folgejahr sinken wird.
Die wieder niedrigere Inflation stützt die Kaufkraft der privaten Haushalte. Seit dem Frühjahr 2025 hat sich die Teuerung auf der Verbraucherstufe bei knapp über 2,0 % eingependelt. Im Vorjahr betrug die Inflationsrate noch 2,3 %. Alles in allem erwartet das Herbstgutachten für das Jahr 2025 einen Anstieg der Verbraucherpreise um 2,1 % und für das Folgejahr ein weiteres Absinken auf 2,0 %.
Die dem Herbstgutachten 2025 zugrunde liegenden Annahmen sind risikobehaftet. Das Herbstgutachten nennt hier das beträchtliche Risiko, welches weiterhin vom Handelsstreit zwischen den USA und der EU ausgeht. Zudem ist die Schätzung der gesamtwirtschaftlichen Effekte der durch die Grundgesetzänderungen möglichen höheren Ausgaben für Verteidigung und Investitionen mit großen Unsicherheiten behaftet. Ein Aufwärtsrisiko sehen die Institute in den noch ausstehenden angebotsseitigen Reformen. Eine zügige Umsetzung notwendiger Reformen dürfte bereits kurzfristig stimulieren und zudem den Konsolidierungsdruck mindern.
2.2Branchenbezogene Rahmenbedingungen
Der demografische Wandel und der zunehmende Fachkräftemangel prägen die Rahmenbedingungen der Abwasserwirtschaft nachhaltig. Die Branche steht vor der Herausforderung, eine steigende Zahl altersbedingter Personalabgänge zu bewältigen, während die Nachbesetzung insbesondere in technischen Berufsfeldern zunehmend schwierig wird. Diese Entwicklung erfordert langfristige Strategien zur Fachkräftesicherung und Qualifizierung, um die Leistungsfähigkeit der Unternehmen sicherzustellen.
Große Herausforderungen in der Abwasserwirtschaft sind weiterhin anthropogene Spurenstoffe, Mikroplastik und multiresistente Keime. Mit der Verabschiedung der EU-Kommunalabwasserverordnung (EU-KARL) im November 2024 sind neue Anforderungen zu erwarten, deren nationale Umsetzung noch offen ist. Der Ausbau der Kläranlage Seehausen gilt als sicher, für Farge als wahrscheinlich. Die im Mai vorgelegte Machbarkeitsstudie zur 4. Reinigungsstufe, abgestimmt mit UBB, SUKW und hanseWasser, bildet eine solide Grundlage für weitere Schritte, sobald bundesseitig klare Vorgaben und Finanzierungsregelungen vorliegen.
Klimaschutz bleibt ein zentrales Thema. Seit 2015 wird bei der hWB eine bilanzielle Treibhausgas-Neutralität in der Energieversorgung mit Strom, Wärme und Treibstoffen sichergestellt. Aktuell wird die Treibhausgas-Bilanz nach dem Greenhouse Gas Protocol erweitert. Diese Erweiterung des Bilanzrahmens hat zur Folge, dass die von hanseWasser verursachten Emissionen in Zukunft steigen werden. Infolgedessen schreibt hanseWasser die Klimaschutzstrategie im Jahr 2026 fort, um auf die neuen Erkenntnisse zu reagieren.
Die Klärschlammverordnung verlangt ab 2029 die Rückgewinnung von Phosphor. hWB beabsichtigt einen Entsorgungsvertrag abzuschließen, der eine gesetzeskonforme Lösung für das Phosphorrecycling entwickeln wird.
Die Geschäftsführung weist darauf hin, dass in dieser Passage in der ursprünglichen Version versehentlich der Eindruck vermittelt wurde, dass bereits ein Entsorgungsvertrag inkl. Phosphorrecycling ab 2029 besteht, was aktuell nicht der Fall ist.
Im Zuge der Anpassung des Entwässerungsgebührenortsgesetzes (EGebOG) wird die getrennte Erhebung von Schmutz- und Niederschlagswassergebühren künftig verpflichtend. Nach aktuellem Planungsstand wurde im Jahr 2025 ein Vergabeverfahren nach VgV durchgeführt, aus dem die Dornier Power and Heat GmbH Hamburg als ranghöchster Bieter hervorging und im Frühjahr 2025 mit der Umsetzung beauftragt wurde. Die Projektvorbereitungen erfolgen mit Unterstützung der Aqua Consult Ingenieur GmbH und konzentrieren sich auf das Selbstauskunftsverfahren für Grundstücke unter 1.000 m².
Unternehmen der Kritischen Infrastruktur (KRITIS) sehen sich künftig strengeren Anforderungen an die IT-Sicherheit gegenüber. Mit dem KRITIS-Dachgesetz und der NIS2-Richtlinie werden neue gesetzliche Vorgaben eingeführt, die auch Office-Netze betreffen. Diese Regelungen erfordern eine stärkere Ausrichtung auf Informationssicherheit und den Schutz kritischer Systeme.
2.3Marktsituation der hanseWasser Bremen GmbH
Nach den beiden niederschlagsreichen Jahren 2023 und 2024 war 2025 ein niederschlagsarmes Jahr. Die Jahresniederschlagsmenge lag mit 499 mm weit unter dem langjährigen Mittel. Insgesamt wurden fünf Starkregenereignisse verzeichnet, überwiegend moderat und ohne Beeinträchtigung für das Entwässerungssystem. Das intensivste Ereignis trat am 15. Juni in Oslebshausen, Burg-Grambke und Lesum auf (30 mm in 60 Minuten). Das 2024 in Betrieb genommene Regenrückhaltebecken in Burg bewährte sich und verhinderte eine Überlastung der Kanalisation.
Abwasserableitung und -reinigung
Dies zeigt sich auch bei den Abwassermengen. Im Jahr 2025 wurden 46,0 Mio. m³ Abwasser in den bremischen Kläranlagen gereinigt. Die Abwassermenge liegt damit 6,8 Mio. m³ unter dem Mittelwert der letzten fünf Jahre und sogar 13,2 Mio. m³ unter dem Vorjahreswert. Insbesondere die Kläranlage Seehausen zeigt auch bei teilweise sehr hohen Zulaufmengen eine gute Reinigungsleistung und eine hohe Betriebsstabilität.
Entsorgung von Reststoffen
Von den beiden bremischen Kläranlagen wurden im Jahr 2025 rund 13.710 Mg Trockenmasse (TR mit 22,2 %) Klärschlamm, einschließlich Co-Input entsorgt.
Forschungs- und Entwicklungsprojekte
hanseWasser begleitet weiterhin mehrere Forschungs- und Entwicklungsprojekte, teils als fördermittelberechtigter Teilnehmer, teils als assoziierter Partner. Im Bereich Abwasserwärmenutzung schreitet die Umsetzung voran: Für das Tabakquartier wurde ein Wärmetauscher am Pumpwerk „Linkes Weserufer“ installiert und in Betrieb genommen. Weitere Projekte, wie die Wohnerschließung „Ellener Feld“ sowie eine mögliche Nutzung am Ablauf der Kläranlage Seehausen, befinden sich in Prüfung. International engagiert sich hanseWasser in der Betreiberpartnerschaft mit Miyahuna (Jordanien) und bewirbt sich gemeinsam mit Hamburg Wasser und EWS Durban für eine neue EU- und GWOPA-geförderte Partnerschaft.
3Geschäftsentwicklung
3.1Ertragslage
hWB erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2025 einen Umsatz von 111.743 TEUR. Damit sind die Umsatzerlöse im Vergleich zum Vorjahr um 2.304 TEUR gesunken. Die Veränderung resultiert im Wesentlichen aus geringeren Mengen der Abwasserentsorgung für Nachbargemeinden (-2.361 TEUR) sowie geringeren Umsatzerlösen im Bereich der Grundwassereinleitungen durch Dritte (-1.089 TEUR). Demgegenüber steht ein höherer Umsatz aus den Leistungsverträgen (+1.943 TEUR).
| Gewinn- und Verlustrechnung in TEUR | 01.01. − 31.12.2025 | 01.01. − 31.12.2024 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse | 111.743 | 114.047 | –2.304 |
| Andere aktivierte Eigenleistungen | 3.832 | 3.700 | 132 |
| Materialaufwand | –23.549 | –23.227 | –321 |
| Rohergebnis | 92.027 | 94.520 | –2.493 |
| Sonstige betriebliche Erträge | 2.236 | 2.658 | –422 |
| Personalaufwand | –34.015 | –31.173 | –2.842 |
| Abschreibungen und Wertminderungen | –25.117 | –25.490 | 373 |
| Sonstige betriebliche Aufwendungen | –10.009 | –9.991 | –18 |
| Betriebsergebnis | 25.122 | 30.524 | –5.402 |
| Finanzergebnis | –11.016 | –10.753 | –263 |
| Steuern (inkl. Sonstige Steuern) | –4.404 | –6.244 | 1.840 |
| Ergebnisabführung und Ausgleichszahlung | –9.702 | –13.527 | 3.825 |
| Jahresüberschuss | 0 | 0 | 0 |
Die Leistungsverträge bewegten sich über dem Vorjahresniveau und trugen mit einem Anteil von 1.943 TEUR zu dieser Entwicklung bei, beeinflusst durch die Spitzabrechnung der Vorperiode sowie die vertragliche Mengenentwicklung und Preisindizierung. Das Gesamtvolumen der Umsatzerlöse aus dem Leistungsvertragsgeschäft betrug 95.577 TEUR (entspricht 86 % der Umsatzerlöse).
Neben der Abwasserentsorgung für Bremen übernimmt hWB – als Erfüllungsgehilfe für entsprechende vertragliche Verpflichtungen der FHB – die Abwasserentsorgung für Nachbargemeinden. Das Preisniveau der Nachbargemeinden folgt abhängigkeitsbedingt dem der Leistungsverträge. Die Umsatzerlöse mit den Nachbargemeinden reduzieren sich mengenbedingt um 2.361 TEUR auf 6.938 TEUR. Die Verwertung des Klärschlammes Dritter beinhaltet nur noch die Verwertung von Co-Input-Schlammbehandlung. Die Erlöse im Bereich der Klärschlammentsorgung reduzierten sich um 560 TEUR auf 527 TEUR.
Die Dienstleistungen für Dritte reduzieren sich um 1.564 TEUR auf 8.254 TEUR. Ursächlich hierfür waren im Wesentlichen eine Reduzierung der Umsatzerlöse im Bereich der Grundwassereinleitungen durch Dritte (1.089 TEUR), der Kanaldienstleistungen (286 TEUR), der Betriebsführung Ritterhude (216 TEUR), der Entsorgung von Co-Input-Abwasserreinigung (197 TEUR), der Erlöse aus der Stromeinspeisung (121 TEUR) sowie der Bauanträge (64 TEUR) und sonstiger Erlöse (105 TEUR). Dem gegenüber standen die gestiegenen Erlöse aus den Dienstleistungen für die HVE (222 TEUR), dem Wassermanagement (185 TEUR), der Entsorgung von Sandfang und Rechengut (68 TEUR) sowie der Grubenabfuhr (38 TEUR).
Im Bereich der Ingenieurdienstleistungen stiegen die Umsatzerlöse um 238 TEUR im Vergleich zum Vorjahr auf 447 TEUR.
Die aktivierten Eigenleistungen für investive Maßnahmen im Bereich der Netz- und Eigenanlagen erhöhten sich um 133 TEUR auf 3.832 TEUR gegenüber dem Vorjahr.
Der Materialaufwand erhöhte sich um 321 TEUR auf 23.548 TEUR. Innerhalb der Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe stieg der Bedarf gegenüber dem Vorjahr geringfügig um 16 TEUR auf 6.740 TEUR an. Wesentlichen Anteil haben dabei die Aufwendungen für Ersatz- und Kleinteile (373 TEUR und sonstige Bedarfe 41 TEUR). Kompensiert wurde diese Entwicklung im Bereich Strom (398 TEUR). Im Bereich der bezogenen Leistungen stieg der Aufwand gegenüber dem Vorjahr um 306 TEUR auf 16.809 TEUR an. Erhöhte Aufwendungen aus der Fremdinstandhaltung (739 TEUR) und anderen Fremdleistungen (152 TEUR) wurden von geringeren Aufwendungen aus der Klärschlammentsorgung (585 TEUR) nur teilweise kompensiert.
Die sonstigen betrieblichen Erträge sind um 422 TEUR gegenüber dem Vorjahr auf 2.236 TEUR gesunken, da, wie im Bericht zu 2024 erläutert, hohe Einmaleffekte aus Wertberichtigungen im Vorjahr zum Tragen kamen.
Die Erhöhung im Personalaufwand in Höhe von 2.842 TEUR auf 34.015 TEUR ist im Wesentlichen auf den Tarifabschluss und den Wechsel in der Geschäftsführung zurückzuführen. Dem gegenüber wirken geringere Zuführungen zu den Personalrückstellungen (116 TEUR) positiv.
Die Abschreibungen verringerten sich im Vergleich zum Vorjahr um 373 TEUR auf 25.117 TEUR.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen erhöhen sich um 18 TEUR auf 10.009 TEUR und liegen damit nur geringfügig über dem Vorjahresniveau. Erhöhte Aufwendungen für Mieten von Maschinen und Geräten (145 TEUR) und EDV-Dienstleistungen/Lizenzen (122 TEUR), können weitestgehend durch geringere Abschreibungen auf Forderungen (165 TEUR) und Aufwendungen für Stellenausschreibungen (116 TEUR) kompensiert werden.
Das negative Finanzergebnis erhöhte sich um 263 TEUR auf 11.016 TEUR. Ursächlich hierfür ist das leicht gesunkene Zinsniveau, mit in der Folge rückläufigen Zinserträgen und geringerem zinsbedingten Auflösungspotential der langfristigen Rückstellungen.
Die Steuern verringerten sich im Vergleich zum Vorjahr um 1.840 TEUR auf 4.404 TEUR. Die Steuern vom Einkommen und Ertrag betrafen in Höhe von 4.127 TEUR das laufende Geschäftsjahr.
3.2Finanzlage
Die zusammengefasste Kapitalflussrechnung zeigt die Mittelflüsse aus der laufenden Geschäftstätigkeit, der Investitionstätigkeit und der Finanzierungstätigkeit. Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit wurde mittels der indirekten Methode entwickelt. Der Finanzmittelfonds umfasst hauptsächlich kurzfristige Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten TEUR 1.329 (Vorjahr: 0 TEUR).
| Zusammengefasste Kapitalflussrechnung TEUR | 01.01. − 31.12.2025 | 01.01. − 31.12.2024 |
|---|---|---|
| I. Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit | 56.486 | 59.088 |
| II. Cash Flow aus Investitionstätigkeit | –30.544 | –24.412 |
| III. Cash Flow aus Finanzierungstätigkeit | –30.634 | –27.828 |
| Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelfonds (Summe I. − III.) | –4.692 | 6.848 |
| Finanzmittelfonds am Anfang der Berichtsperiode | 3.365 | –3.484 |
| Finanzmittelfonds am Ende der Berichtsperiode | –1.327 | 3.365 |
Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit betrug im Berichtszeitraum 56.486 TEUR (Vorjahr: 59.088 TEUR). Dieser resultiert im Wesentlichen aus dem Periodenergebnis (vor Ergebnisabführungen) in Höhe von 9.702 TEUR (Vorjahr: 13.527 TEUR), bereinigt um zahlungsunwirksame Sachverhalte wie Abschreibungen in Höhe von 25.117 TEUR (Vorjahr: 25.490 TEUR). Bei der indirekten Ermittlung wurde der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit weiterhin durch die Veränderungen der Forderungen und sonstigen Aktiva in Höhe von -12.397 TEUR (Vorjahr: -5.563 TEUR) sowie der Verbindlichkeiten und anderer Passiva in Höhe von 20.346 TEUR (Vorjahr: 11.302 TEUR) wesentlich beeinflusst.
Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit in Höhe von -30.544 TEUR (Vorjahr: -24.412 TEUR) resultierte im Wesentlichen aus den Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen -30.609 TEUR (Vorjahr: -24.732 TEUR).
Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit in Höhe von -30.634 TEUR (Vorjahr: -27.828 TEUR) setzte sich zusammen aus der Tilgung der Forfaitierungsdarlehen in Höhe von 23.129 TEUR (Vorjahr: 23.216 TEUR), aus der Ergebnisabführung an die Gesellschafter (inkl. Steuerumlagen) in Höhe von 19.416 TEUR (Vorjahr: 19.062 TEUR) und gezahlten Zinsen in Höhe von 11.089 TEUR (Vorjahr: 10.662 TEUR). Gegenläufig wirkte der Zufluss aus der Aufnahme eines Forfaitierungsdarlehens (Forderungskaufvertrag Nr. 31) im August 2025 in Höhe von 23.000 TEUR (Vorjahr: 25.112 TEUR).
Zur Finanzierung des branchentypisch hohen Kapitaleinsatzes, der ein Vielfaches des Jahresumsatzes beträgt, hat hWB bereits 1998 mit der FHB die kommunale Forfaitierung mit Einredeverzicht vereinbart.
3.3Vermögenslage
Bilanzstruktur
TEUR
hWB weist aufgrund ihrer Geschäftstätigkeit eine hohe Anlagenintensität mit entsprechender Kapitalbindung auf. So betrug der Anteil des langfristig gebundenen Vermögens 93,1 % (Vorjahr: 94,6 %) und der des kurzfristig gebundenen Vermögens 6,9 % (Vorjahr: 5,4 %).
Die Erhöhung des Anlagevermögens um 5.622 TEUR (Vorjahr Reduktion: 786 TEUR) auf 490.872 TEUR (Vorjahr: 485.250 TEUR) resultierte aus Investitionen in Höhe von 30.745 TEUR (Vorjahr: 24.786 TEUR), dem gegenüber stehen Abschreibungen in Höhe von 25.117 TEUR (Vorjahr: 25.490 TEUR). Das Sachanlagevermögen setzte sich im Wesentlichen aus Mietereinbauten in das öffentliche Kanalnetz in Höhe von 347.602 TEUR (Vorjahr: 335.872 TEUR), Grundstücke und Bauten in Höhe von 44.160 TEUR (Vorjahr: 46.960 TEUR) sowie aus technischen Anlagen und Maschinen in Höhe von 37.608 TEUR (Vorjahr: 43.238 TEUR) zusammen.
Das Eigenkapital blieb gegenüber dem Vorjahr konstant, die Eigenkapitalquote sinkt leicht auf 9,8 % (Vorjahr: 10,1 %). In dem passiven Rechnungsabgrenzungsposten (passiver RAP) sind die Forfaitierungsdarlehen abgebildet. Diese hatten einen Anteil von 73,3 % (Vorjahr: 73,7 %) an der Bilanzsumme.
3.4Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren
3.4.1Personal und Soziales
Im Rahmen der strategischen Neuausrichtung wurden zum 1. April 2025 die bisherigen Geschäftsführer abberufen. Die Bereichsleiterin Finanzen & Controlling wurde zur kaufmännischen, der Bereichsleiter Netz zum technischen Geschäftsführer*in bestellt. Bereits im März 2025 wurde die Leitung der Hansewasser Ver- und Entsorgungs-GmbH organisatorisch von der Geschäftsführung der hanseWasser Bremen GmbH getrennt.
Nachfolgend sind die zentralen Kennzahlen und zu relevanten Indikatoren für die Jahre 2024 und 2025 aufgeführt:
| 01.01. − 31.12.2025 | 01.01. − 31.12.2024 | |
|---|---|---|
| Beschäftigte (ohne passive ATZ) | 394 | 384 |
| VZA | 365,7 | 353 |
| Davon weiblich | 29,0 % | 28,0 % |
| Berufsausbildung | 17 | 18 |
| Trainees | 5 | 5 |
| Duales Studium | 2 | 0 |
| Gesundheitsquote | 95,3 % | 94,3 % |
| Arbeitsunfälle | 4 | 3 |
| Kontraktorenunfalle | 0 | 1 |
Den Arbeitsverhältnissen der Mitarbeiter*innen lagen folgende Tarifverträge zugrunde: Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD), Überleitungstarifverträge vom 24. April 1997 und 5. Juni 1998 sowie weitere nachgeordnete Tarifverträge, zum Beispiel zum leistungsbezogenen Entgelt.
3.4.2Asset Management
Das Assetmanagement verantwortet weiterhin die wirtschaftlich und technisch optimierte Umsetzung von Bauprojekten gemäß strategischen und vertraglichen Vorgaben. Der regelmäßige Austausch mit dem Umweltbetrieb Bremen (UBB) dient der Bewertung der Anlagen hinsichtlich Betriebsführung und Wirtschaftlichkeit.
Die gutachterliche Zustandsüberprüfung nach § 11 LV I wurde 2024 durch die Pecher AG durchgeführt. Die Ergebnisdaten wurden zum Jahreswechsel 2024/2025 bereitgestellt und dem Umweltbetrieb vorgestellt. Seit Mitte 2025 liegen sämtliche Unterlagen vollständig vor, die gutachterliche Phase gilt damit als abgeschlossen. Aus gutachterlicher Sicht sind die Verpflichtungen, die sich aus dem zwischen hWB und der Stadt Bremen geschlossenen Leistungsvertrag ableiten, von hWB grundsätzlich erfüllt.
In Phase III stimmen sich hWB und der Umweltbetrieb zum weiteren Umgang mit den Ergebnissen ab. Ein erster Austausch hat stattgefunden. Parallel beginnen erste fachliche Diskussionen zum möglichen Abschlussgutachten gemäß § 11 Abs. 7 LV I.
Die Gesellschaft hat 2025 insgesamt 30.745 TEUR (Vorjahr: 24.786 TEUR) investiert, die sich wie folgt gliedern:
- Investitionen in Netzanlagen: 19.619 TEUR (Vorjahr: 14.409 TEUR)
Der sechste Investitionsrahmenplan Netz mit einer Laufzeit von 2024 bis 2028 wurde im Jahr 2023 abschließend mit dem UBB abgestimmt. Das Gesamtvolumen beträgt 104.800 TEUR (für Sanierung, Erweiterung und Ausbau).
- Investitionen in Eigenanlagen: 9.081 TEUR (Vorjahr: 9.193 TEUR)
Die Investitionen 2025 konzentrieren sich auf die Sanierung und Modernisierung bestehender Anlagen zur Sicherstellung der Betriebssicherheit. Hohe Baupreise, Lieferengpässe und begrenzte Planungskapazitäten führten zu Verzögerungen und Kostensteigerungen. Umgesetzt wurden u. a. die Erneuerung der Klärschlammentwässerung und der BHKW-Anlage in Seehausen sowie die Sanierung der Faulung in Farge.
- Investitionen in Betriebs- und Geschäftsausstattung: 2.045 TEUR (Vorjahr: 1.184 TEUR)
2025 wurde ein neues Betriebsführungssystem für Kanalbetrieb und Entsorgung eingeführt, da das bisherige System nicht mehr unterstützt wurde. Die neue Software vereint zentrale Funktionen wie Dokumentation, Sanierungsplanung, Gebührenverwaltung sowie mobile und webbasierte Auskunft. Zur Optimierung der technischen Infrastruktur wurden ein Saug- und Spülfahrzeug sowie zwei weitere Spülfahrzeuge angeschafft.
3.5Zertifizierung
Die hWB ist wie folgt zertifiziert:
- EMAS: Seit 13 Jahren anerkannt – alle Standorte weiterhin registriert,
- ISO-Zertifizierungen: DIN EN ISO 9001, 14001 & 45001 erfolgreich bestätigt,
- Entsorgungsfachbetrieb: Zertifizierung seit 2000 fortgeführt,
- Güteschutz Kanalbau: Kanalreinigung, -inspektion & Dichtheitsprüfungen,
- WHG-Fachbetrieb: Prüfung & Wartung von Benzinabscheidern, Dichtheitsprüfungen,
- Familienfreundlichkeit: Siegel zum 4. Mal rezertifiziert.
3.6Beschaffung
Die Marktentwicklung ist hinsichtlich der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen weiter herausfordernd. Die Lieferketten sind weiter stabil und haben zu keinen verfahrenstechnischen Störungen oder gar Lieferausfällen geführt.
3.7Gesamtaussage zum Geschäftsverlauf
Das Geschäftsjahr 2025 war für die Gesellschaft insgesamt zufriedenstellend. Die wirtschaftliche Entwicklung entsprach überwiegend den Erwartungen. Die wesentlichen Kennzahlen zeigen eine stabile Entwicklung, das operative Ergebnis lag im Rahmen der Planung. Die Liquiditätslage war jederzeit gesichert.
Das Ergebnis vor Steuern beträgt 14.106 TEUR und liegt damit rund 1.700 TEUR über dem geplanten Wert von 12.370 TEUR. Diese positive Abweichung ist im Wesentlichen auf höhere Umsätze aus den Leistungsverträgen (+1.515 TEUR gegenüber Plan) zurückzuführen.
Der Geschäftsverlauf wurde von einer Kombination aus stabiler operativer Leistung und anspruchsvollen Rahmenbedingungen geprägt. Auf der positiven Seite konnten wichtige Investitions- und Zukunftsprojekte initiiert werden, die die langfristige Leistungsfähigkeit des Unternehmens sichern. Dazu zählen die Vorbereitung des Ausbaus zentraler Anlagen, die Weiterentwicklung der Klimastrategie sowie die Umsetzung erster Schritte zur Anpassung an neue gesetzliche Vorgaben, wie die EU-Kommunalabwasserverordnung (EU-KARL), die Anpassung des Entwässerungsgebührenortsgesetzes (EGebOG), die Klärschlammverordnung sowie die Anforderungen aus dem KRITIS-Dachgesetz und der NIS2-Richtlinie.
Die zunehmende Komplexität regulatorischer Anforderungen und der demografische Wandel erfordern eine strategische Ausrichtung, die über das Tagesgeschäft hinausgeht. Die Sicherung von Fachkräften, die Anpassung an neue Umweltstandards und die Stärkung der IT-Sicherheit sind zentrale Handlungsfelder, die bereits adressiert wurden und in den kommenden Jahren weiter an Bedeutung gewinnen.
4Risiko- und Chancenbericht
4.1Grundsätze des Risiko- und Chancenmanagements
Der Erfolg unternehmerischer Entscheidungen hängt wesentlich von der frühzeitigen Erkennung und Bewertung strategischer, marktbedingter und regulatorischer Risiken sowie Chancen ab. Die Geschäftsführung definiert den risikopolitischen Rahmen, während ein regelmäßiges Berichtswesen Transparenz über das Risikoprofil und dessen Entwicklung sicherstellt. Im Hinblick auf die Rechnungslegung sind insbesondere jene Elemente des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems relevant, die die Bilanzierung und die Aussagekraft des Jahresabschlusses und Lageberichts wesentlich beeinflussen können.

4.2Prozess des Risiko- und Chancenmanagements
hWB verfügt über ein integriertes Risikomanagementsystem, das strategische, operative und regulatorische Risiken systematisch erfasst, bewertet und überwacht. Grundlage ist ein etabliertes Controlling mit quartalsweisen Berichten, die eine frühzeitige Einschätzung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage ermöglichen.
Das interne Kontrollsystem (IKS) unterstützt die Umsetzung unternehmerischer Entscheidungen und sichert die Ordnungsmäßigkeit der Geschäftsprozesse. Es umfasst Maßnahmen zur Sicherstellung der Wirtschaftlichkeit, zum Schutz des Unternehmensvermögens sowie zur Einhaltung gesetzlicher Vorgaben und zur Verlässlichkeit der Rechnungslegung.
Die Aufbau- und Ablauforganisation des IKS ist in internen Regelwerken dokumentiert und wird regelmäßig an neue Anforderungen angepasst. Ergänzend prüft die interne Revision auf Basis eines mehrjährigen Prüfplans die Wirksamkeit von Prozessen und Kontrollmechanismen. Externe Dienstleister werden punktuell eingebunden. Die daraus abgeleiteten Empfehlungen fließen in Maßnahmenpläne ein und werden systematisch umgesetzt und nachverfolgt.
4.3Risiken und Chancen
Die Leistungsverträge mit der FHB sind gebührenrechtskonform abgeschlossen, sodass aktuell keine bilanziellen Risiken für hWB erwartet werden.
Bei einer tatsächlichen Kündigung der Leistungsverträge, würde die Gesellschaft ohne das Abwassergeschäft als nicht operativ tätige Gesellschaft bestehen bleiben können, so dass unter den genannten Rahmenbedingungen kein Risiko für den Fortbestand ersichtlich ist.
Die Höhe der Abwassereinleitungen sind im Wesentlichen abhängig von der Bevölkerungsentwicklung, von Gewohnheiten und vom Nutzungsverhalten der Privathaushalte und des Gewerbes sowie von der wirtschaftlichen Entwicklung von Industrie und Gewerbe. Des Weiteren auch von Witterungseinflüssen, die für die Zukunft schwer zu prognostizieren sind.
Es besteht ein Risiko für die Nichteinhaltung der abwasserabgaberechtlichen Überwachungswerte. hWB begrenzt dieses Risiko durch eine kontinuierliche Überwachung und Beprobung der Anlagen.
Es besteht ein Risiko in Bezug auf die zukünftige Entwicklung von Preis- und Indexwerten. Die zugrunde liegenden Annahmen basieren auf der aktuellen Preisentwicklung sowie einer unterstellten moderaten Preissteigerung. Da die geplanten Indexwerte überwiegend im mittleren Bereich zwischen möglichen Sprungkanten liegen, sind Chancen und Risiken als gleich wahrscheinlich einzustufen.
Die Sicherstellung einer ausreichenden personellen Kapazität und Qualifikation ist für die Aufrechterhaltung der betrieblichen Leistungsfähigkeit von zentraler Bedeutung. Durch den demografischen Wandel und den Fachkräftemangel besteht das Risiko, dass offene Stellen nicht oder nur verzögert besetzt werden können. Dies kann sowohl zu quantitativen Engpässen als auch zu qualitativen Lücken in Schlüsselpositionen führen.
Mit der fortschreitenden Digitalisierung steigen die Anforderungen an die Informationssicherheit. hWB begegnet diesen durch ein systematisches Sicherheitsmanagement, das Risiken identifiziert und Schutzmaßnahmen ableitet. Gleichzeitig ergeben sich Chancen für neue Geschäftsmodelle und effizientere Prozesse.
Zur Steigerung der Wirtschaftlichkeit setzt hWB auf Benchmarking und das Projekt Enterprise, um Effizienzpotenziale zu identifizieren. Die Gewinnung neuer Kunden im Bereich der Abwasserübernahme wird als weiterer Beitrag zur Ergebnisverbesserung angestrebt.
4.4Zusammenfassende Darstellung der Risikolage
Im Rahmen des Risikomanagements wurden keine Risiken identifiziert, die entweder einzeln oder in ihrer Gesamtheit den Fortbestand des Unternehmens im Geschäftsjahr 2025 gefährdet haben bzw. darüber hinaus gefährden könnten.
Das Verfahren vor dem OVG Bremen ist abgeschlossen und das Urteil rechtskräftig. Für hWB sind daraus weder Risiken entstanden noch in der Zukunft zu erwarten.
5Prognosebericht
5.1Branchenbezogene Rahmenbedingungen
Für hanseWasser Bremen bedeutet der demografische Wandel eine wachsende Herausforderung in den kommenden Jahren. Um die Kontinuität und Qualität der Arbeitsprozesse sicherzustellen, verfolgt das Unternehmen eine proaktive Personalstrategie. Dazu gehören:
- Frühzeitige Nachbesetzung vakanter Positionen, um Engpässe zu vermeiden,
- Gezielte Qualifizierungsmaßnahmen, die den Mitarbeiter*innen Entwicklungsperspektiven bieten und die Fachkompetenz im Unternehmen stärken,
- Systematisches Wissensmanagement, um vorhandenes Know-how zu bewahren und den Wissenstransfer zwischen Generationen sicherzustellen.
Zunehmende Wetterextreme, insbesondere Starkregenereignisse, stellen die Abwasserentsorgung vor wachsende Herausforderungen. Die Anpassung der Infrastruktur an die Folgen des Klimawandels gewinnt daher erheblich an Bedeutung. Mit der im November 2024 verabschiedeten novellierten EU-Kommunalabwasserrichtlinie (EU-KARL) sind künftig deutlich strengere Anforderungen zu erwarten. Bis Ende Juli 2027 müssen alle EU-Länder die neue Kommunalabwasserrichtlinie ins nationale Recht übernehmen.
Im Jahr 2024 wurde das Entwässerungsgebührenortsgesetz (EGebOG) angepasst. Künftig sollen Schmutz- und Niederschlagswassergebühren getrennt erhoben werden. hWB ist aktiv in den laufenden Abstimmungsprozess mit der Freien Hansestadt Bremen eingebunden, um kundenfreundliche und wirtschaftlich sinnvolle Lösungen zu entwickeln. Die Vorbereitungen erfolgen mit externer Unterstützung und konzentrieren sich derzeit auf das Selbstauskunftsverfahren für Grundstücke unter 1.000 m². Der Versand der vorausgefüllten Selbstauskunftsunterlagen ist ab Januar 2026 vorgesehen.
hWB bereitet sich auf neue Anforderungen durch das KRITIS-Dachgesetz und NIS2 vor, die auch das Office-Netz betreffen. Erste Schritte zur IT-Sicherheit umfassen Business Impact Analysen zur Bewertung zeitkritischer Systeme. Auf dieser Basis wird das ISMS neu strukturiert und künftig am BSI IT-Grundschutz ausgerichtet. Geschäftsordnung und Risikomanagement werden überarbeitet, weitere Sicherheitsmaßnahmen abgeleitet. Zudem wird die Einführung eines Angriffserkennungssystems für beide Netze geprüft.
Nach den neuesten gesetzlichen Vorgaben der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) gehört hWB nicht zu den berichtspflichtigen Unternehmen. Dennoch verfolgt hWB die regulatorischen Entwicklungen aufmerksam und berücksichtigt Nachhaltigkeitsthemen strategisch.
5.2Erwartete Geschäftsentwicklung
Die FHB beabsichtigt die Anteile an der hWB vollständig zu übernehmen. In dem Zuge hat sie die Kündigung der Leistungsverträge mit Wirkung zum 31. Dezember 2028 angekündigt. Die damit verbundene Neuorganisation der Stadtentwässerung ab 2029 bringt Veränderungen mit sich, deren konkrete Ausgestaltung derzeit noch nicht bekannt sind. Im Rahmen der Wirtschaftsplanung wurde als grundlegende Prämisse die Fortführung der GmbH unterstellt (going-concern). Die Grundlage dafür wiederum bildet die Fortschreibung des aktuell gültigen Leistungsvertrag mit neuen, an die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen angepassten, Parametern.
Neben der Ausgestaltung der zukünftigen Leistungsverträge als Geschäftsgrundlage der hWB besteht insbesondere die Herausforderung die bestehende Finanzierung, die an die Laufzeit der aktuellen Leistungsverträge gebunden ist und zum 31. Dezember 2028 definitiv endet (endfällige Forfaitierungsverträge), neu aufzusetzen. Die Ausgestaltung der Neufinanzierung ist mit zusätzlichen Kosten verbunden, u. a. für rechtliche und finanzierungsbezogene Beratung sowie marktübliche Gebühren und Margen. Ein weiteres Risiko ergibt sich aus der gesetzlich vorgeschriebenen Phosphorrückgewinnung ab 2029, die mit steigenden Entsorgungskosten verbunden ist. Die langfristige Kalkulation bleibt unsicher, da Preisentwicklungen und technische Anforderungen noch nicht vollständig feststehen.
Die Geschäftsführung der hWB begrüßt die aktuellen Aktivitäten seitens der Gesellschafter im Rahmen einer einvernehmlichen Zukunftslösung die Themen zu diskutieren und eine für alle Vertragspartner akzeptable Lösung zu finden.
Die hWB erwartet für das Jahr 2026 Umsatzerlöse in der Höhe von rund 112.831 TEUR bei einem Ergebnis vor Steuern in der Höhe von 13.294 TEUR.
6Aufsichtsrat, Geschäftsführung und Gesellschafter
Der Aufsichtsrat der hanseWasser Bremen GmbH im Jahr 2025
Herr Gunnar Geise, Vorsitzender,
Mitglied des Vorstands der swb AG, Bremen
Herr Dr.-Ing. Dirk Waider,
Mitglied des Vorstands der GELSENWASSER AG, Gelsenkirchen
Frau Senatorin Kathrin Moosdorf, (bis 30. September 2025)
Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft, Bremen
Herr Staatsrat Jan Fries, (ab 30. September 2025)
Staatsrat bei der Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft, Bremen
Herr Frank Penning, (stellvertretener Vorsitzender)
Mitglied des Betriebsrats der hanseWasser Bremen GmbH, Bremen
Herr Sven Schmiedeskamp,
Mitglied des Betriebsrats der hanseWasser Bremen GmbH, Bremen
Herr Olaf Gehring,
Mitglied des Betriebsrates der hanseWasser Bremen GmbH, Bremen
Die Geschäftsführung der hanseWasser Bremen GmbH im Jahr 2025
Herr Florian Franz, Hamburg (bis 31. März 2025)
Technischer Geschäftsführer
Herr Ekkehart Ludwig Siering, Bremen (bis 31. März 2025)
Kaufmännischer Geschäftsführer
Herr Swen Pfister, Bremen (ab 01. April 2025)
Technischer Geschäftsführer
Frau Sabine Wahler, Bremen (ab 01. April 2025)
Kaufmännische Geschäftsführerin
Die Gesellschafterstruktur
Seit dem 1. Januar 1999 ist die hanseWasser Bremen GmbH privatisiert. An der hanseWasser Bremen GmbH sind die hanseWasser Ver- und Entsorgungs-GmbH (hVE), eine Beteiligungsgesellschaft der swb AG und der Gelsenwasser AG, mit 74,9 % und die Freie Hansestadt Bremen mit 25,1 % beteiligt. Zwischen der hVE und hanseWasser besteht Geschäftsführeridentität.

Jahresabschluss 2025
1Bilanz
Bilanz
zum 31. Dezember 2025
Aktiva
| 31.12.25 EUR | 31.12.24 EUR | |
|---|---|---|
| A. Anlagevermögen | ||
| I. Immaterielle Vermögensgegenstände | ||
| 1. Entgeltlich erworbene EDV-Programme | 383.816,56 | 347.407,01 |
| 2. Entgeltlich erworbenes Nutzungsrecht für das öffentliche Kanalnetz und sonstige Nutzungsrechte | 23.300.312,44 | 31.041.094,12 |
| 23.684.129,00 | 31.388.501,13 | |
| II. Sachanlagen | ||
| 1. Grundstücke und Bauten | 44.159.874,32 | 46.960.168,52 |
| 2. Abwassersammlungsanlagen (Eigenanlagen) | 3.630.952,77 | 3.874.280,15 |
| 3. Mietereinbauten in das öffentliche Kanalnetz | 347.601.885,85 | 335.871.939,81 |
| 4. Technische Anlagen und Maschinen | 37.608.518,56 | 43.237.853,79 |
| 5. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung | 5.131.047,31 | 3.994.409,05 |
| 6. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau | 29.051.758,48 | 19.919.192,47 |
| 467.184.037,29 | 453.857.843,79 | |
| III. Finanzanlagen | ||
| 1. Beteiligungen | 4.000,00 | 4.000,00 |
| 490.872.166,29 | 485.250.344,92 | |
| B. Umlaufvermögen | ||
| I. Vorräte | ||
| 1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe | 857.344,41 | 882.222,33 |
| 2. Unfertige Leistungen | 350.295,80 | 0 |
| 1.207.640,21 | 882.222,33 | |
| II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände | ||
| 1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen | 23.600.173,09 | 14.633.948,08 |
| 2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen | 3.299.601,18 | 2.864.078,75 |
| 3. Forderungen gegen Gesellschafter | 4.628.143,13 | 763.879,76 |
| 4. Sonstige Vermögensgegenstände | 761.420,13 | 1.122.079,11 |
| 32.289.337,53 | 19.383.985,70 | |
| III. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten | 1.644,66 | 3.365.170,53 |
| 33.498.622,40 | 23.631.378,56 | |
| C. Rechnungsabgrenzungsposten | 2.900.213,31 | 3.734.284,03 |
| 527.271.002,00 | 512.616.007,51 |
Passiva
| 31.12.25 EUR | 31.12.24 EUR | |
|---|---|---|
| A. Eigenkapital | ||
| I. Gezeichnetes Kapital | 25.564.594,06 | 25.564.594,06 |
| II. Kapitalrücklage | 26.209.845,59 | 26.209.845,59 |
| 51.774.439,65 | 51.774.439,65 | |
| B. Rückstellungen | ||
| 1. Rückstellungen für Pensionen | 711.891,00 | 739.963,00 |
| 2. Sonstige Rückstellungen | 29.509.569,86 | 30.399.065,87 |
| 30.221.460,86 | 31.139.028,87 | |
| C. Verbindlichkeiten | ||
| 1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten | 1.328.510,84 | 0,00 |
| 2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen | 2.739.653,24 | 3.678.791,71 |
| 3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen | 717.888,90 | 662.155,71 |
| 4. Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern | 52.280.211,23 | 37.377.910,75 |
| 5. Sonstige Verbindlichkeiten | 1.921.968,94 | 1.526.795,17 |
| 58.988.233,15 | 43.245.653,34 | |
| D. Rechnungsabgrenzungsposten | 386.286.868,34 | 386.456.885,65 |
| 527.271.002,00 | 512.616.007,51 |
2Gewinn- und Verlustrechnung
Gewinn- und Verlustrechnung
für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2025
| 2025 EUR | 2024 EUR | |
|---|---|---|
| 1. Umsatzerlöse | 111.743.203,09 | 114.046.992,90 |
| 2. Andere aktivierte Eigenleistungen | 3.832.343,47 | 3.699.532,31 |
| 3. Sonstige betriebliche Erträge | 2.235.867,04 | 2.658.081,08 |
| 4. Materialaufwand | ||
| a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe | –6.739.921,84 | –6.723.625,15 |
| b) Aufwendungen für bezogene Leistungen | –16.808.704,16 | –16.502.951,72 |
| –23.548.626,00 | –23.226.576,87 | |
| 5. Personalaufwand | ||
| a) Gehälter und Bezüge | –26.978.296,17 | –24.710.977,24 |
| b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung (davon für Altersversorgung € 1.594.809,70; Vorjahr € 1.554.090,12) | –7.036.447,01 | –6.461.763,83 |
| –34.014.743,18 | –31.172.741,07 | |
| 6. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen | –25.117.106,79 | –25.490.375,60 |
| 7. Sonstige betriebliche Aufwendungen | –10.009.015,76 | –9.991.190,77 |
| 8. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge (davon aus verbundenen Unternehmen € 76.633,15; Vorjahr € 193.530,83) | 492.240,11 | 906.255,15 |
| 9. Zinsen und ähnliche Aufwendungen (davon an verbundene Unternehmen € 34.207,59; Vorjahr 89.441,00) (davon aus der Aufzinsung von Rückstellungen € 162.933,19; Vorjahr € 7.089,09) | –11.508.221,25 | –11.659.314,11 |
| 10. Ergebnis vor Steuern | 14.105.940,73 | 19.770.663,02 |
| 11. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag (davon Steuerumlagen € 4.075.484,20; Vorjahr € 5.853.630,69) | –4.127.155,85 | –5.939.674,28 |
| 12. Ergebnis nach Steuern | 9.978.784,88 | 13.830.988,74 |
| 13. Sonstige Steuern | –276.886,38 | –304.423,94 |
| 14. Ausgleichszahlung gemäß Ergebnisabführungsvertrag | –192.501,39 | –192.501,39 |
| 15. Aufgrund eines Ergebnisabführungsvertrages abgeführter Gewinn | –9.509.397,11 | –13.334.063,41 |
| 16. Jahresüberschuss | 0,00 | 0,00 |
